{"id":237,"date":"2024-07-07T09:53:35","date_gmt":"2024-07-07T09:53:35","guid":{"rendered":"https:\/\/utegliwa.de\/?p=237"},"modified":"2026-07-07T10:25:34","modified_gmt":"2026-07-07T10:25:34","slug":"intimer-vertrauter-tiefer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/utegliwa.de\/index.php\/2024\/07\/07\/intimer-vertrauter-tiefer\/","title":{"rendered":"Intimer, vertrauter, tiefer"},"content":{"rendered":"\n<p><br><br><br>Tantra ist mittlerweile f\u00fcr viele Menschen ein Begriff, doch was sich genau dahinter verbirgt, l\u00e4sst sich nicht so leicht in Worte fassen. Erkl\u00e4rungsversuche greifen oft zu kurz, Vorstellungen bleiben schwammig. Meinem Mann und mir ging es nicht anders und so haben wir uns mit Haut, Herz und Seele auf eine Tantra-Session eingelassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-240\" srcset=\"https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-300x200.jpg 300w, https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-768x512.jpg 768w, https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/utegliwa.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/K1600_AdobeStock_270781053.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich lernte Janie Swahn in der Urania Berlin nach einer Gespr\u00e4chsrunde zum Thema \u201eTantra f\u00fcr Dummies\u201c kennen. Auf der B\u00fchne wurde sie als \u201eTantraMama\u201c vorgestellt. Sie sprach begeistert und strahlte so viel Gl\u00fcck aus, dass ich sie hinterher ansprach. Die geb\u00fcrtige Sachsen-Anhaltinerin lebt inzwischen mit ihrem Mann und Tantra-Partner in Schweden, aber ist regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland bei ihrer Familie in und um Berlin, sodass ein Termin f\u00fcr eine Tantra-Session kein un\u00fcberwindliches Hindernis darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Mann und ich luden Janie zu uns nach Hause zum Essen ein. Da wir uns schon einmal getroffen hatten, ohne dass es zu der geplanten Session gekommen war, kannten wir uns schon etwas. Im Gespr\u00e4ch fragte Janie uns nochmal konkret, was wir uns denn f\u00fcr die Session w\u00fcnschen w\u00fcrden. So genau konnten wir das gar nicht artikulieren. Zu wenig konnten wir uns darunter vorstellen. Ich sagte, ich w\u00fcrde einfach gern mal wieder etwas Neues lernen und erleben, gemeinsam mit Julian: Wir sind jetzt seit sechs Jahren zusammen und lieben und leben im Allgemeinen sehr harmonisch miteinander, es gibt keine gro\u00dfen Baustellen zu bearbeiten, aber mir ist es wichtig, uns unsere Lust und Neugier zu erhalten und zu pflegen, damit es nicht doch irgendwann langweilig wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Essen sorgten wir f\u00fcr gem\u00fctliches indirektes Licht, auf Janies Gehei\u00df hell genug, dass wir uns noch in die Augen schauen konnten. Sie bespielte unsere Musikanlage mit einer Playlist mit indischen Kl\u00e4ngen. Dann lie\u00df sie uns auf unserem Bett Platz nehmen. Julian sa\u00df im Schneidersitz mir gegen\u00fcber, Janie auf einem Stuhl neben dem Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sollten die Augen schlie\u00dfen, tief ein- und h\u00f6rbar ausatmen und zun\u00e4chst nur unseren eigenen K\u00f6rper sp\u00fcren und zur Ruhe kommen. Dann bat Janie uns, uns unseren Partner vorzustellen, so wie zu dem Zeitpunkt, als wir uns kennenlernten, bevor wir anfingen, unsere gemeinsame Geschichte zu schreiben, bevor wir uns unsere Liebe gestanden oder stritten oder sich sonst irgendetwas zwischen uns stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich lud Janie uns ein, einen virtuellen Kokon, eine Love Bubble, um uns zu ziehen. Ich beschrieb die Ausma\u00dfe des Kokons mit meinen ausgestreckten Armen. Alles, was wir in unserer Liebesblase nicht gebrauchen konnten, sollten wir nun rauszuschmei\u00dfen: Gedanken an die Arbeit oder andere Verpflichtungen, an vergangene Konflikte oder Streitigkeiten oder was auch immer. Dann sollten wir, ebenfalls laut artikuliert, alles in unseren Kokon holen, was wir in unserem Liebesnest bei uns haben wollten. Janie bat uns, dem anderen die Momente zu nennen, in denen wir uns am st\u00e4rksten mit ihm verbunden f\u00fchlen. \u201eWenn wir miteinander tanzen und ein geiler Track kommt, bei dem ich sofort wei\u00df, dass wir ihn beide toll finden\u201c, fiel mir gleich als erstes ein. \u201eWenn wir uns eine Woche nicht gesehen haben und uns zum ersten Mal wieder ausziehen und unsere Haut sp\u00fcren\u201c, sagte Julian. Wir konnten noch mehr aufz\u00e4hlen, und anschlie\u00dfend legten wir uns gegenseitig die Hand aufs Herz, synchronisierten unsere Atmung und sp\u00fcrten einfach nur unsere Liebe von einem zum anderen str\u00f6men. Dann erst sollten wir die Augen \u00f6ffnen und uns ansehen. Ich strahlte meinen Mann vor lauter \u00fcberstr\u00f6mender Gl\u00fcckseligkeit bis \u00fcber beide Ohren l\u00e4chelnd an und sah noch, wie er Tr\u00e4nen der R\u00fchrung wegblinzelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir uns nun in der richtigen seelischen und emotionalen Verfassung befanden, unsere Aufmerksamkeit nur auf unsere Zweisamkeit gerichtet, wurde es k\u00f6rperlicher. Bei dieser zweigeteilten \u00dcbung sollte jeweils nur einer von uns gebender und der andere empfangender Part sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst wollte Julian der gebende Part sein und mich mit seiner Aufmerksamkeit beschenken, das kann er n\u00e4mlich ausgezeichnet. Ich entschied mich daf\u00fcr, mich auszuziehen, weil ich gern nackt bin, aber genauso gut h\u00e4tte ich auch all meine Sachen anbehalten k\u00f6nnen. Ich legte mich auf den R\u00fccken, eine kuschelige Decke \u00fcber den Beinen, Julian an meiner Seite. Zun\u00e4chst sollte er mich nur mit den Augen bewundern, dann erst seine Hand auf mein Herz legen. Ich sollte ihm sagen, was mein Herz gern h\u00f6ren w\u00fcrde. \u201eIch liebe dich\u201c, z\u00f6gerte ich keinen Augenblick, denn obwohl ich wei\u00df, dass Julian mich liebt, sagt er es doch selten und mit einer gewissen Scheu. Er sagte es erst ganz leise, dann immer lauter und bestimmter. Schlie\u00dflich sollte ich mir eine Ber\u00fchrung w\u00fcnschen. Meinen Hals sollte er dabei k\u00fcssen, denn auch das kam mir sonst oft zu kurz. Ich rekelte mich wohlig und g\u00f6ttinnengleich unter seinen Worten und Ber\u00fchrungen. Dann sollte seine zweite Hand auf meiner Yoni liegen. Ich konnte die Verbindung zwischen Herz und Yoni und das daraus resultierende Kribbeln sp\u00fcren. Meine Yoni w\u00fcnschte sich kichernd zu h\u00f6ren: \u201eIch mache alles, was du willst\u201c. Also positionierte ich Julians Hand exakt so, wie ich es mir vorstellte, meine gesamte Vulva mit gleichm\u00e4\u00dfigem Druck und ohne Bewegung bedeckend, und genoss seine ungeteilte Zuwendung und die fortw\u00e4hrend wiederholten Worte. Als Abschluss dieser Session w\u00fcnschte ich mir, nackt und eng umschlungen mit Julian zu knutschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend tauschten wir unsere Pl\u00e4tze. Ich schl\u00fcpfte in Julians Pullover, w\u00e4hrend er sich nackt auf den R\u00fccken legte. Ich kniete mich neben ihn, um ihn gut ansehen und ber\u00fchren zu k\u00f6nnen. Im Gegensatz zu mir fiel es ihm enorm schwer, sich etwas Konkretes zu w\u00fcnschen. \u201eEs ist alles gut, so wie es ist, mehr brauche ich nicht\u201c, lenkte er ab, doch Janie lie\u00df nicht locker, bis er seine W\u00fcnsche \u00e4u\u00dferte. Sein Herzenswunsch r\u00fchrte mich sehr, denn er wollte von mir h\u00f6ren: \u201eMein Herz f\u00fchlt sich sicher bei dir\u201c, was ich ihm aus tiefstem Herzen versichern konnte. Ber\u00fchrt werden wollte er \u201e\u00fcberall\u201c, also streichelte ich seinen ganzen K\u00f6rper, w\u00e4hrend ich ihm den Satz mit jeder nur denkbaren Betonung vortrug. Auch Julians Lingam war offenbar wunschlos gl\u00fccklich und konnte sich nur mit gro\u00dfer \u00dcberwindung etwas w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Janie bestand darauf, dass er sich konkrete W\u00fcnsche \u00fcberlegte und artikulierte. \u201eWenn du keine eigenen W\u00fcnsche \u00e4u\u00dferst, b\u00fcrdest du deiner Partnerin die ganze Verantwortung auf. Dann muss sie r\u00e4tseln, was dir wohl gef\u00e4llt und wei\u00df nicht, was dir vielleicht noch besser gefiele. Wie wollt ihr euch so weiterentwickeln? Indem du deine W\u00fcnsche \u00e4u\u00dferst, \u00fcbernimmst du selbst Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich jubilierte innerlich, als Janie ihm das so klar und einfach auseinandersetzte. Oft schon hatte ich Julian danach gefragt, ob es noch irgendwelche heimlichen unerf\u00fcllten Fantasien g\u00e4be, die wir zusammen umsetzen k\u00f6nnten. Oder ob ich ihn denn nicht mal mit verbundenen Augen ans Bett fesseln und liebkosen sollte. Oder ich fragte ihn, wie ihm dieser oder jener Handgriff gefiele, aber er sagte im Prinzip immer nur: \u201eAlles was du tust, ist toll, egal wie du mich anfasst.\u201c Das ist zwar einerseits ein gro\u00dfes Kompliment, aber \u00fcber eine konkrete Handlungsanweisung ab und zu w\u00fcrde ich mich auch sehr freuen. Schlie\u00dflich hatte sich Julian oft \u00fcber verflossene Partnerinnen beschwert, die nicht sagen konnten, was ihnen gefiel, bei denen er im Dunkeln tappen musste, anstatt klaren Anweisungen folgen zu k\u00f6nnen. Ich habe oft sehr konkrete W\u00fcnsche: Heute kraul mir bitte den ganzen K\u00f6rper, heute nimm das Seil, \u00f6l mich ein, mach heute ganz langsam, leck mich, ich will mich hinknien und nach hinten an dich lehnen \u2026 Ich liebe es, wenn Julian nach meinen Vorstellungen mit mir spielt, was er hervorragend kann, und w\u00fcrde ihm das gern zur\u00fcckgeben. Wenn er mir sagte: \u201eHeute w\u00fcnsche ich mir, dass du dieses oder jenes mit mir tust\u201c, ich w\u00fcrde mich begeistert in Aktion st\u00fcrzen. Weil er das nicht tut, bleiben wir unter unseren M\u00f6glichkeiten, denn so muss ich die ganze Denkarbeit leisten, meine Fantasie auch f\u00fcr ihn ankurbeln, \u00fcberlegen, wonach ihm der Sinn stehen, was ihm heute gefallen k\u00f6nnte. Das ist auf Dauer anstrengend, sich immer was einfallen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch unsere Session hat Julian nun selbst gemerkt, dass er seine Stimme finden und kultivieren muss, damit wir unsere Beziehung noch intensivieren und vertiefen k\u00f6nnen. Da wir bereits eine sehr sinnliche und erf\u00fcllte Sexualit\u00e4t miteinander genie\u00dfen, hatte ich gar nicht geglaubt, dass uns Tantra so viel weiterbringen w\u00fcrde, aber wie Janie uns versicherte: Es geht immer noch besser und tiefer!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tantra ist mittlerweile f\u00fcr viele Menschen ein Begriff, doch was sich genau dahinter verbirgt, l\u00e4sst sich nicht so leicht in Worte fassen. Erkl\u00e4rungsversuche greifen oft zu kurz, Vorstellungen bleiben schwammig. Meinem Mann und mir ging es nicht anders und so haben wir uns mit Haut, Herz und Seele auf eine Tantra-Session eingelassen. 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